Welche Schutzmaske ist die beste?

In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften ist das Tragen einer Schutzmaske oder „Community-Maske“, wie die Bundesregierung sie nennt, seit mehreren Wochen Pflicht. Darüber hinaus wird empfohlen, einen Mund-Nasen-Schutz allgemein im öffentlichen Bereich zu tragen. Insbesondere dann, wenn der Mindestabstand von 1,5m bis 2m nicht gewährleistet werden kann.

Doch welcher Mundschutz schützt wirklich? In diesem Artikel erfahren Sie den Unterschied zwischen einer herkömmlichen Mundbedeckung, Mund-Nasen-Schutz und FFP2- bzw. FFP3-Maske.

Was bringen Schal, Tuch und (selbst)genähte Stoffmasken?

Vorweg sei gesagt: Das Tragen jeglicher Mundschutzmasken sollte niemals zur Vernachlässigung anderer Hygiene- und Schutzmaßnahmen führen.  Den besten Schutz vor Infektionen durch Viren und Bakterien haben Sie, wenn Sie eine Maske tragen UND folgende Maßnahmen beherzigen:

  • möglichst eineinhalb bis zwei Meter Abstand zu anderen Personen halten, Stichwort „Social Distancing“
  • nicht mit ungewaschenen Händen in das Gesicht fassen
  • regelmäßig, aber insbesondere nach dem Nachhausekommen, vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette gründlich die Hände mit Seife waschen (mind. 30 Sekunden werden empfohlen)
  • zuhause bleiben, wenn Sie erkältet sind oder gar Symptome aufweisen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen
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Ob im Supermarkt oder Bus, man sieht momentan jede Form von Mund-Nasen-Bedeckung. Grundsätzlich ist ein Schlauchschal, ein Tuch oder eine (selbstgemachte) Stoffmaske ausreichend, um die Maskenpflicht zu erfüllen. Die Schutzfunktion einer solchen Lösung ist jedoch sehr fraglich. Letztendlich gilt es durch das Tragen einer Mundschutzmaske, die Verbreitung von beim Husten, Niesen oder Sprechen ausgeschiedenen Tröpfchen weitestgehend zu verhindern.

Viren oder Bakterien sind mikroskopisch klein, die Struktur eines Baumwollschals jedoch viel zu grob. Versuchten Sie sich auf diese Art und Weise zu schützen, wäre es so als würden Sie einen Lattenzaun um ihr Grundstück errichten, um Mücken fernzuhalten. Es gibt natürlich Unterschiede zwischen den Materialien, aber eines sei ganz klar festgehalten: Ob und wie viel Schutz besteht, ist nicht ergründet.

Klar sollte auch sein: Egal welche Schutzmaske Sie verwenden, nur wenn diese richtig getragen wird, bietet sie optimalen Schutz. Hier finden Sie Tipps zur richtigen Anwendung.

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz

Auch bezeichnet als MNS, OP Maske oder chirurgische Maske ist diese Art von Schutzmaske zum Fremdschutz und einmaligen Gebrauch konzipiert. Das bedeutet, sie schützt die Außenwelt mit einer bakteriellen Filterleistung von mindestens 95% vor dem Träger der Maske und sollte nach dem Tragen entsorgt werden. Der Maskenträger selbst wird dadurch geschützt, dass Tröpfchen sie oder ihn nicht direkt im Mund-Nasenbereich treffen können. Durch z.B. seitliches Ansaugen von Atemluft ist eine Infektion für den Träger jedoch nicht ausgeschlossen. Umso enger der Mundschutz anliegt, desto besser. Hierfür ist ein eingearbeiteter Nasenbügel sehr hilfreich.

Würde jedoch jeder den anderen schützen, könnte die Ansteckungsgefahr mit einer ggf. noch unbekannten Infektion beim Träger stark reduziert werden. Laut Focus stellt auch Jochen Werner, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Essen fest, dass es am besten wäre, würden einfach alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Achtung: Im Zuge der Pandemie bieten momentan zahlreiche Anbieter zum Verwechseln ähnliche dreilagige, meist blaue Vliesmasken an. Hierbei handelt es sich oft nicht um medizinische Schutzausrüstung (MSA). Die bakterielle Filterleistung ist nicht getestet. Wie Sie zertifizierte Masken erkennen, erfahren Sie hier.

Achten Sie darauf, dass das Produkt eine CE-Kennzeichnung hat. Diese erhält es erst, wenn es den Vorgaben der europäischen Medizinprodukterichtlinie, genauer der DIN EN 14683:2019-6, entspricht. Zertifikate bzw. Testberichte sollten auf Nachfrage vorgelegt werden können, denn gibt es auch insbesondere chinesische Hersteller, die ein solches CE-Kennzeichen illegal aufbringen. Ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein medizinisches Produkt handelt, ist der Hinweis: „Nicht für den medizinischen Gebrauch. / Not for medical use.“

Diesen finden Sie hoffentlich in der Angebotsbeschreibung z.B. im Online Shop, spätestens aber auf der Produktverpackung. In diesem Fall sollten Sie die Masken sofort und ungeöffnet retournieren. Für Hygieneprodukte gilt ein eingeschränktes Widerrufsrecht. Solange wie jedoch Verpackung bzw. die Versiegelung unversehrt ist, muss der Händler Ihren Widerruf akzeptieren. Wie Sie sicherlich wissen, beträgt Ihr gesetzliches Widerrufsrecht 14 Tage.

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FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken

Als persönliche Schutzausrüstung (PSA) bieten Atemschutzmasken und filtrierende Halbmasken den besten Schutz für den Maskenträger selbst. Die Luft wird durch den integrierten Filter angesogen, wodurch Schadstoffpartikel abgefangen werden. Dadurch wird die Atmung jedoch etwas erschwert. Auch hier ist darauf zu achten, dass es sich um geprüfte Qualität nach den Normen DIN EN 149:2001 sowie A1:2009 handelt und eine CE-Kennzeichung vorhanden ist. Wiederum ist Vorsicht geboten: Es werden aktuell zum Verwechseln ähnliche Masken ohne Zertifizierung und damit nachgewiesene Schutzfunktion verkauft. FFP-Masken sind per Definition nicht für den medizinischen Gebrauch gedacht, wenngleich diese momentan durch Ausnahmeregelungen auch im medizinischen Bereich verwendet werden. In diesem Artikel erfahren Sie mehr dazu, worauf Sie beim Kauf von Schutzmasken achten sollten.

Es gibt drei verschiedene Schutzstufen mit unterschiedlicher Filterleistung. Die geringste Filterleistung weist die FFP1-Maske auf, welche grobe Partikel wie Staub abhält. FFP2-Masken und FFP3-Masken bieten hingegen Schutz vor Viren und Bakterien, weshalb das Robert-Koch-Institut sie insbesondere bei Kontakt mit infektiösen Patienten empfiehlt. Auch Risikogruppen können sich mit ihrer Hilfe aktiv vor einer Infektion schützen.

Die meisten filtrierenden Halbmasken sind Einmalprodukte. Die Kennzeichnung "NR" (non reusable) weist darauf hin, dass die einmalige Nutzung vorgesehen ist. Ist die Maske hingegen mit einem "R" (reusable) gekennzeichnet, kann die Maske wiederverwendet werden.

FFP-Masken gibt es sowohl ohne als auch mit Ausatemventil. Der Luftwiderstand beim Ausatmen ist bei FFP2 Masken und FFP3 Masken mit Ventil geringer. Jedoch lässt das Ventil die Ausatemluft überwiegend ungefiltert in die Umgebung. Diese Masken sollten darum bedacht verwendet werden und keinesfalls, sofern ein Infektionsverdacht besteht oder Erkältungs- bzw. grippeähnliche Symptome vorliegen.

Fazit

Allgemeine Schutz- und Hygienemaßnahmen sind immer einzuhalten. Der medizinische Mund-Nasen-Schutz ist momentan eine gute Lösung für die breite Masse. Indem jeder den anderen aktiv schützt, kann die Ausbreitung einer Infektionskrankheit effektiv eingedämmt werden. FFP2- und FFP3-Masken sind am besten zum Eigenschutz geeignet. Für Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, sind sie die beste Option.